PM vom 27.12.2010

Stadt Bad Frankenhausen fühlt sich von der Landeskirche und Kirchgemeinde verschaukelt

Die Rettung des Schiefen Turmes von Bad Frankenhausen zieht sich seit Jahren hin und die Stadt Bad Frankenhausen stellt rückblickend fest, dass seitens des Eigentümers der ev. Kirchgemeinde Bad Frankenhausen sowie von Seiten der Landeskirche seit Monaten der ernsthafte Willen zur Rettung des Oberkirchturmes fehlt und nun der Eigentümer den Abriss plant und mit dem Land Thüringen diesen bereits besprochen hat.

Noch im Herbst 2009 wurde eine Probeverpressung erfolgreich durchgeführt. Dieses Verfahren zeigte, dass bis in eine Tiefe von 10 bis 13 Meter der Untergrund verpresst werden kann, ohne das eine Beeinträchtigung der Sole-Heilquellen erfolgt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollte das bauausführende Unternehmen die Firma Stump bis Dezember 2009 eine Ausführungsplanung mit einer Kostenuntersetzung erstellen. Mit diesen Unterlagen wollte dann die Beteiligten auf das Land Thüringen zugehen, um eventuelle Mehrkosten finanzielle abzusichern.
Doch über ein Jahr später liegen diese Unterlagen immer noch nicht vor. „Das seit über 1 Jahr die geforderten Unterlagen nicht vorliegen ist schon ein Skandal und zeigt, dass die Kirche nicht ernsthaft an der Rettung des Turmes interessiert war und ist“, so der Bürgermeister der Kurstadt Bad Frankenhausen Matthias Strejc.

Die Krönung des ganzen sind die Ereignisse der letzten 2 Wochen.
Am 09. Dezember gab es in Eisenacht eine Zusammenkunft zwischen Kirchgemeinde, Landeskirche, Förderverein und Kommune. Die Landeskirche wollte das Einverständnis der Stadt erwirken, dass der Abriss des Kirchturmes beim Land Thüringen beantragt wird. Doch aufgrund des harten Widerstandes der Stadt und des Fördervereines besprach man einen letzten Rettungsversuch. Doch bereits wenige Tage später äußerte Herr Rüttinger offen den Abriss des Turmes, da für die Rettung des Turmes über 900.000,-€ zusätzlich benötigt werden.

„Monatelang ist die Kirche nicht in der Lage Mehrkosten für die Rettung des Turmes zu nennen, nun kann sie innerhalb von 1 Woche eine Zahl in den Raum stellen, das kann mir doch keiner glaubhaft erzählen, die Strategie der Kirche ist doch klar: Eine Unsumme nun schnell zu nennen, um deutlich zu machen, dass das viel zu viel Geld ist um so den Turm abzureißen“, äußerst der Bürgermeister sein Unverständnis für das Vorgehen seitens der Kirche.

„ Das letzte Jahr hat mir gezeigt, dass  die Landeskirche uns als Kommune vorgeführt hat und zu keinem Zeitpunkt ernsthaft an der Rettung gearbeitet hat“, so Matthias Strejc.

Die Stadt Bad Frankenhausen forderte seit über 1 Jahr die konkreten Zahlen für die Stabilisierung des Untergrundes, um dann zu beraten wie es weiter gehen könnte. Die Stadt ihrerseits hatte im Haushalt 2010 Eigenmittel und Fördermittel für zusätzliche Kosten zur Rettung des Turmes eingestellt. Die Landeskirche und Kirchgemeinde hätte eventuelle entstehende Mehrkosten nie tragen müssen und dennoch hat sich die Kirche immer hinten den nicht zu tragenden Mehrkosten versteckt, ohne diese Mehrkosten überhaupt zu kennen.

„Ich habe immer gesagt, erst müssen die Mehrkosten auf den Tisch, dann muss man abwägen, ob diese gerechtfertigt sind oder nicht. Wenn die Kosten zu hoch sind, dann sage auch ich, dass der Turm nicht zu halten ist. Aber ohne die Kosten konkret zu kennen, beschäftige ich mich nicht mit dem Abriss des Turmes, sondern kämpfe für ihn. Was in Stuttgart zu S21 in den letzten Wochen und Monaten passiert ist, ist in Bad Frankenhausen vielleicht auch möglich“, so Bürgermeister Matthias Strejc.

pdf-Download:  Pressemitteilung vom 27.12.2010

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